Europäischer Naturfotograf

 

Fotowettbewerb der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen (GDT) 

14.11.2010

Ganztägig  1. Obergeschoss                                                                Eintritt frei

 

in der Fotoaustellung „Europäischer Naturfotograf “, sehen Sie die Siegerbilder des Fotowettbewerbes 2009. Dieser europaweite, hochdotierte Wettbewerb wird alljährlich von der GDT (Gesellschaft Deutscher Tierfotografen) ausgerichtet und weltweit mit großem Interesse verfolgt. Ziel des Wettbewerbes ist es, die hohe Qualität und den spezifischen Stil europäischer Naturfotografie in herausragenden Bildern aus Europa und aller Welt darzustellen und den Naturschutzgedanken mit den Mitteln der Fotografie zu fördern.

Bild oben: Terry Whittaker (GB)

Bilder von l. nach r.: Marsel van Oosten - NL, Morten Hilmer - DK, Oriol Alamany Sese - SP

www.gdtfoto.de

Geleitwort der Schirmherrin Prof. Dr. Beate Jessel

Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz

zum Wettbewerb 2009

 

 

Herzlich willkommen zum Wettbewerb „Europäischer Naturfotograf des Jahres“, dessen Schirmherrschaft zu tragen ich die Ehre habe. Die Naturfotografie ermöglicht vielen Menschen einen Zugang zu Bildern, Informationen und auch Emotionen, die ihnen sonst oftmals verschlossen geblieben wären. Sie ist damit ein wichtiges Mittel der Kommunikation, auf die auch der Naturschutz nicht verzichten kann. Ich freue mich daher, dass diese Ausstellung den Betrachterinnen und Betrachtern zahlreiche Anlässe bieten wird, einen Moment innezuhalten und genau hinzusehen. Denn nur, was der Mensch kennt und was ihn berührt, wird ihm so wichtig sein, dass er sich für seinen Erhalt einsetzt.
Naturfotografie soll uns dabei auch neue Perspektiven eröffnen, soll zur Diskussion anregen. Das diesjährige Gewinnerbild – ein Gänsegeier fressend in einem Kadaver - ist sicherlich eines, das zunächst schockiert. Es verdeutlicht unverschönt den Kreislauf des Lebens und die damit verbundenen natürlichen Prozesse in der Nahrungskette. Was mich aber nach dem ersten Schreck, den ich zugegebenermaßen empfand, besonders fasziniert, ist, dass sich mir als Betrachterin eine neue, sehr ungewohnte Perspektive erschließt. Gerade die Offenheit für andere Sichtweisen und die Bereitschaft zur Auseinandersetzung und zum Dialog, zu denen wir mit dem Bild eingeladen werden, sind es, auf die wir auch beim Schutz der biologischen Vielfalt nicht verzichten können! Hierzu bedarf es nicht nur schöner Bilder intakter Natur, sondern vor allem ehrlicher, dabei durchaus auch aufwühlender, ruhig auch polarisierender Bilder.
Nicht zuletzt noch einige Worte zum „Protagonisten“ unseres Gewinnerbildes, der, wie ich finde, ein gutes Beispiel für die engen Wechselwirkungen zwischen Mensch und Tier darstellt: In Deutschland gilt der Gänsegeier, der übrigens ein reiner Aasfresser ist, trotz einiger Einzelnachweise der letzten Jahre als ausgestorben. Im Mittelalter war er bei uns noch recht weit verbreitet und brütete auch hier. Er folgte den großen Schafherden und erfüllte als natürlicher Kadaverbeseitiger, quasi als „Gesundheitspolizei“ der Natur, eine wichtige Aufgabe in der Nahrungskette und bei der Seuchenbekämpfung. Als im Zuge von EU-Richtlinien das Belassen von Tierkadavern auf Weiden untersagt wurde, gingen die Bestände jedoch zurück. Heute kommt die Art in Europa vor allem in Spanien vor. Ich wünsche mir, dass wir es durch unser aller Engagement und durch sorgsamen Umgang mit den natürlichen Ressourcen schaffen, diese und andere Arten sowie ihre Lebensräume dauerhaft zu erhalten. Ich danke Ihnen für den Beitrag, den Sie als Fotografen dazu liefern!

Prof. Dr. Beate Jessel
Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz


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